Montag, 25. Oktober 2010

Platz für jeden im Auto

20.8.2008

Warum können kleine Dinge manchmal so hässlich verletzen?

Es gefiel mir, in der Gemeinschaft wie in einer großen Familie zu leben. Wir waren während unserer täglichen Freizeit zusammen, wir teilten unser Leben miteinander, gehörten zusammen. Wir trafen an den Wochenenden Geschwister aus anderen Städten. Im Winter mieteten wir dafür oft einige Klassenräume in einer Schule. Sonntagabend packten wir dann unsere Sachen zusammen, räumten auf und fuhren heim. In den Kleinbussen gab es für jeden einen Platz.

Nicht alles war dort in Ordnung, aber ich vermisse besonders dieses Gefühl, zu einer großen Familie zu gehören. Auf jeden wurde bei den Treffen gewartet, jeder konnte und sollte Verantwortung für unser gemeinsames Leben und unsere Mission übernehmen – und jeder tat es mehr oder weniger. Es gab Zeit, persönlich miteinander zu reden.

In diesem Jahr war ich das zweite Mal nach einer Reihe von täglichen Treffen frustriert. Es war eine einwöchige Konferenz und ein zweiwöchiger Kurs, bei dem ich täglich mit einigen Leuten zusammen war. Und nach dieser Zeit erschien mir die Welt außerhalb unserer Gemeinschaft besonders individualistisch und kalt. Jeder kehrte in seine Bude zurück, in sein Privatleben oder zu Freunden. Und ich war wieder nur zu zweit in meiner unmittelbaren Familie.

Gleichzeitig, so schien es, erwartete ich etwas in Bezug auf das, was meine Gemeinschaft so betonte: ein wenig länger zusammen zu sein, vor der Abreise noch etwas zu teilen... Ich vergaß, dass ich nicht mehr in der Gemeinschaft war, in der das sich gegenseitige Kennen und das Teilen (Gemeinschaftsleben) ein Wert in sich ist.

Es gab eine Situation, die an die Aufräumarbeiten am Wochenende in der Gemeinde erinnerte. Ich hoffte, dass ich mit dem Auto mitgenommen würde, wie es schon so oft geschehen war. Aber eine andere Person wurde eingeladen, mit dem Auto mitzufahren - ohne dass der Grund für diese Auswahl erklärt wurde. Und es gab nicht genug Platz im Auto für uns alle ...

Sicher, es war ihr Privatwagen, kein Kleinbus der Gemeinschaft. Vielleicht hätten wir auch nicht viel Zeit gewonnen im Vergleich zur Fahrt mit dem Nahverkehrs-Bus. Es ist eine Frage der Beziehung, des Zusammengehörens. Wenn sie damals einen verstehbaren Grund für diese Entscheidung genannt hätten, wäre es einfacher gewesen. Ich kann sie nicht wirklich tadeln, es war ein Zusammenstoß verschiedener Lebensstile. In der Gemeinschaft vereinten uns die Kleinbusse, ermöglichten es uns, Geschwister in anderen Städten zu treffen. Aber außerhalb der Gemeinschaft trennen uns die Autos, denn oft gibt es nicht genügend Plätze für alle, die gern mitfahren würden. L

Kommentare:

  • 16.9.2008: Anonym: Vor langer Zeit gehörte ich auch zu der Gemeinschaft. Ich war aber nicht lange dort. Ich muss gestehen, dass ich dort eine Menge lernte und es dort geistliches Wachstum gab. In der Gemeinschaft hatte ich sowohl gute als auch schlechte Zeiten. Ein Gebiet, das mich am meisten störte, war das Verbot zu heiraten. Ich finde es sehr un-schriftgemäß. Sicher, es gibt Probleme in der Ehe, aber mit Gottes Hilfe können diese Probleme gelöst werden, wenn wir Gott immer an die erste Stelle setzen. Einige Leute in der Gemeinde sagten, dass Heiraten selbstsüchtig sei. Ich weiß nicht, ob ihre Ehe so war. Ich glaube es nicht. Nicht alle leben auf diese Weise zusammen, man muss unterscheiden.
  • 22.10.2008: Anonym: Hallo, ihr beiden! Ich fand Eure Seite zufällig und finde sie interessant. Ist die Gemeinschaft christlich? Leben alle Mitglieder zusammen oder können Mitglieder auch in ihren eigenen Wohnungen leben?
  • 25.10.2008: Autor: Es ist eine christliche Gemeinschaft, wenn auch in einige Punkte recht extrem. Die meisten von uns leben zusammen, aber einige leben in ihrer eigenen Wohnung oder bei den Eltern. Im seltenen Fall, dass jemand schon eine eigene Familie hat, lebt diese (soweit ich das weiß) auch in einer eigenen Wohnung.
  • 6.4.2009: Anonym: Nicht heiraten zu dürfen ... weil es in der Ehe Probleme geben könnte. Ich denke, Gott verspricht uns kein Leben ohne Probleme. Es geht darum, wie wir mit den verschiedenen Krisen in unserem Leben umgehen. Gott kann wirklich seine Kraft dabei zeigen, wie er uns bei Problemen hilft. Psalm 23: Wenn ich durch die Täler des Todes zöge... Wir gehen, um harte Zeiten zu erleben, aber wir müssen keine Angst haben. Er wird uns führen und uns Weisheit geben, wie wir die Liebe siegen lassen können.
++++ · 09.06.2010: Anonymus (homo ludens): Sicher: bei vielen Gelegenheiten handelten wir so, wie Du es beschreibst. Aber ich möchte auch an andere Gelegenheiten erinnern, wenn wir jemanden unter uns „belehren“ wollten und unsere Hilfe absichtlich begrenzten. Z. B. fuhren wir nach einem Wochenende mit dem Auto nach Hause und ließen ein Mädchen früh am Morgen aussteigen, so dass sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren musste, obwohl es uns nicht viel Zeit gekostet hätte, sie zu ihrer Wohnung zu fahren. Oder wir nahmen einige Tramper mit und ließen sie mitten im Nirgendwo aussteigen, weil sie sich gerade als „nicht interessiert“ daran gezeigt hatten, Mitglieder der Gruppe zu werden, nachdem man 10 oder 20 Minuten mit ihnen geredet hatte. · 09.06.2010: Anonymus (homo ludens): Und es war ein bisschen wie in Orwells Buch: „Alle Lebewesen sind gleich – aber einige sind gleicher“ (siehe George Orwell „Die Farm der Tiere“ / d. Übers.) Z. B. gab es ein extra Auto für einen nicht arbeitenden älteren Mann, wo er in Ruhe und ungestört allein schlafen konnte, während sich alle anderen oft wie Fische in der Sardinenbüchse fühlten, oft durch die Geräusche der anderen im Auto Schlafenden gestört. Und dabei waren sie für die sichere Fahrt verantwortlich und durften beim Fahren nicht am Lenkrad einschlafen. Außerdem mussten sie – im Gegensatz zu dem älteren Mann - schon am frühen Morgen wieder zur Arbeit gehen. · 9.6.2010: Anonymus (homo ludens): Zur Frage der Heirat: Wir schlugen lieber den ganzen Arm ab, um zu vermeiden, dass die Hand abgeschlagen wird. Das war kurzgefasst unsere Lehre. Unser Gedanke war, unseren Lebensstil als den einzig erlaubten Lebensstil hochzuhalten. Und die älteren Geschwister wussten, dass Ehepaare mit Kindern sich nicht so leicht dazu bringen ließen, auf diese Weise zu leben. · 11.06.2010: Autorin: Ich stimme dir zu, dass nicht alles schön war. Besonders was die Tramper und das Heiraten betrifft. ++++ 1.1.11: Anonymous: Ich stimme Paulus im folgenden zu: Ich meine, es ist gut wegen der bevorstehenden Not, ja, es ist gut für den Menschen, so zu sein. Bist du an eine Frau gebunden, suche dich nicht zu lösen; bist du ohne Frau, dann suche keine. Heiratest du aber, so sündigst du nicht; und heiratet eine Jungfrau, sündigt auch sie nicht. Freilich werden solche Leute irdischen Nöten nicht entgehen; ich aber möchte sie euch ersparen.“ (1 Kor 7, 26-28 EÜ) Paulus empfiehlt das Beste und möche uns vor Nöten bewahren. “Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen. Das sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt.“ (1 Kor 7, 32-35 EÜ) In gleicher Weise empfiehlt Paulus in diesen Versen (und in Vers 8) was man als bestes tun kann, wie es eine liebende Mutter tun würde. Er ist nüchtern und gehorsam, um Gottes Anweisung zu sehen und hat eine profunde Einschätzung dieser Zeit mit einer klaren Erkenntnis der Krise. Geführt vom selben Geist wie damals Paulus wird auch die Kirche unserer Tage aufgrund des Gehorsams und des guten Willens von allen erkennen, was am besten zu tun ist. Zuletzt: Das war der Fall in meiner schon lange andauernden Zeit. Die gegenwärtige Zeit schätzt die Gemeinschaft auch als Krise ein, und es gibt viele Aufgaben. Jeder, der diese Anstrengung wagt, weiß sehr gut, wie groß die Herausforderung ist. Indem sie frei für die Geschwister und die Menschen außerhalb der Kirche ist, bringt die Kirche viele Früchte und ein erfülltes Dasein. Ist es nicht ein Segen für alle Menschen, wenn wir all die Liebe austeilen können, die in unsere Herzen gegossen ist? Ich denke, dass in vielen Fällen, wo Menschen nicht bereit waren, zu sehen und zu tun, was das Beste in dieser Situation ist, es ein Ausdruck von geringer Liebe war. Das ist der Grund, warum Scheinargumente entwickelt werden und man ein Alibi hat, den engen Pfad etwas breiter zu machen, als er ist, bzw. eine Rechtfertigung dafür zu haben, dass man nicht mehr in Gemeinschaft ist. (Das beste war gerade zu eng und Paulus selbst spricht nicht über Sünde!) Joh 4, 17b 2 Petr 1, 5-7 ++++++++++ 1.1.11: Anonymous: Ich denke, die Kirche war nicht schriftlos aber richtig im Willen Gottes. ++++++ · 4.1.11: RA Anonymous schreibt: „Ich denke, dass in vielen Fällen, wo Menschen nicht bereit waren, zu sehen und zu tun, was das Beste in dieser Situation ist, es ein Ausdruck von geringer Liebe war.“ RA: Ich glaube fast, mein Herz aus Eis beginnt gleich zu schmelzen, wenn ich so süße Worte höre. Wenn ich nicht wüsste, welche Bedeutung das Wort „Liebe“ in der Gemeinschaft hat, würde ich denken, dass das wirklich Gedanken sind, über die man nachdenken müsste. Aber ich weiß, wie „Liebe“ in der Gemeinschaft verstanden wird: Nämlich dass „Liebe“ in Wirklichkeit von Außenstehenden als etwas äußerst kaltes erfahren wird mit einem Mangel an Interesse und Unfähigkeit zum Mitgefühl gegenüber Missionierten. Sie wird weiterhin als ungeduldig, intolerant, misstrauisch und voruteilsbeladen erfahren. Dann frage ich mich eher: Warum empfinden Außenstehende diesen Mangel an Liebe? Es ist wichtig, festzuhalten, dass wir in der Gemeinschaft und auch bei der Mission dieselben Begriffe verwenden wie „Mangel an Liebe“, „Sich selbst und andere beurteilen (einzuschätzen)“, „Einheit“ usw., die ich mit dem Etikett „Gemeinschafts-Diskurs“ versehen würde. Ich finde, die Sprache der Gemeinschaft ist auf dieses Bodensatz-Level degeneriert: Wenn man den Satz eines die Sprache der Gemeinschaft sprechenden Mitglieds nimmt und in ihm komplett die Reihenfolge der Wörter umstellt, würde ich auch dann noch die Ideologie der Gemeinschaft heraushören. Wenn also die Gemeinschaft inkognito neue Themen oder Webseiten erstellt (wie z. B. über Taize oder ähnliches), ist es durch die Schlüsselworte leicht zu erkennen, dass hinter dieser Ansammlung von Schlüsselworten jemand aus der Gemeinschaft steckt. Wiederum: Warum die exzessive Prägung derselben Worte, die repräsentativ für unsere Ideen sind, die aber inzwischen ziemlich entwertet, entstellt und beeinflusst sind vom Verständnis und Eindruck, welchen sie bei Außenstehenden, Andersgläubigen hervorrufen? Liebe kann nicht vom Anderen getrennt werden. Jemand in unserer Gemeinschaft hat einmal gesagt, dass es für die Liebe mindestens zwei Personen geben müsste. „Liebe“ wird nicht nur von einem Partner empfangen, sondern von beiden. Wenn die Gemeinschaft sagt, dass andere Kirchen oder Ungläubige nicht wissen, was Liebe ist, dann lasst uns sehen, welche Bedeutung Liebe in der Bibel hat: 1) “Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.“ (1 Kor 13,4 EÜ) Haben wir Geduld gegenüber Menschen, die missioniert werden? Wir haben so weit Geduld, die wir ein Aufgeben von ihm/ihr sehen können. Meist ist unsere Geduld in Diskussionen über provokative Themen erschöpft, über falsche Lehren bei den Missionierten. Wir prahlen damit, dass wir in unserer Gemeinschaft eine Einheit haben, die man in anderen Konfessionen vermisst. Wenn wir ehrlich sind, sind wir stolz auf unsere einheitliche Gemeinschaft. 2) “Sie (die Liebe) handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. (1 Kor 13, 5 EÜ) Schau auf das Beispiel von Gottfried H. und „beurteile“ selber die „Liebe“, die er zu Außenstehenden hatte. 3) „Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.“(1 Kor 13, 7 EÜ) Wie haben wir Außenstehende ertragen? In welcher Weise haben wir Vertrauen gegenüber Außenstehenden gezeigt? Wir wollten uns nicht einmal vorstellen, unsere Namen usw. Wir missionierten inkognito, denn wir befürchteten, dass jemand unsere „liebevolle“ Mission aufdeckt. Über diese Art von Liebe spricht Johannes nicht, wenn er sagt, dass es keine Furcht in der Liebe gibt (1 Joh 4, 18) Hatten die Apostel Angst vor Intrigen, die während ihrer Mission auftreten konnten? Überhaupt nicht. Lies die Missionsberichte des Lukas, in welchen er den Missionsweg beschreibt (Apg 5, 42; 9, 27f; 13, 46; 14, 3). Sie missionierten OFFEN, FURCHTLOS und ÖFFENTLICH. In der Gemeinschaft missionierten wir nicht auf diese Weise, vielleicht hatten wir und nicht die Außenstehenden einen „Mangel an Liebe“ und „Mangel an Glaube“.Die Apostel fürchteten nicht einmal den Tod, aber die Gemeinschaft hat Angst, dass ihre Statements missinterpretiert oder missbraucht werden könnten. Oder dass es ihrer kostbaren Liebe so ergehen würde, die nicht achtlos vor die Füße von jedermann geworfen werden sollte. Soviel über die Liebe, die immer und zu allen Zeiten die gleiche ist und unwandelbar gegenüber Außenstehenden und Mitgliedern bleibt. Ich finde, unser Verständnis von gelebter Liebe in der Gemeinschaft könnte man so zusammen fassen: Zu lieben bedeutet, den Stand eines Menschen gegenüber Gott zu beurteilen und dementsprechend zu handeln: jemanden zu „ermahnen“ oder zu ermutigen. Tatsächlich gibt es nur einen kleinen Unterschied gegenüber dem, was es vielleicht für Juden bedeutet :-) Mein Vorschlag an die Gemeinschaft wäre, auf das Wort „Liebe“ in ihren täglichen Gesprächen zu verzichten. Dann würden sie sehen, was diese Praxis von „X“ tatsächlich ist und welche Art von Handlungen mit dem schönen Wort „Liebe“ bemäntelt werden sollen. +++++++++++ 4.1.11. Anonymous: ... in der Art wie du schreibst, kannst Du nur über dich selber sprechen! Ich und die Gemeinschaft sind dafür nicht verantwortlich. +++++++++ 9.1.11: RA schreibt: Zur Art, wie ich hier schreibe: Ich glaube, diese Art habe ich von der Gemeinschaft gelernt. Das ist der sogenannte „Gemeinschafts-Diskurs“, den ich weiter oben beschrieben habe. Es erinnert mich etwas an die Apologie von Josef Aufreiter, die ich zitieren möchte. Hier das Zitat: „Die "herzliche Wärme", die es "innerhalb der Gruppe gibt", wollen wir gerne mit jedem Menschen teilen. Aber dazu bedarf es der nötigen Basis. Für uns sind die Begriffe "Bruder" und "Schwester" keine religiösen Floskeln..,“ Selbstverständlich hat Jesus nicht gesagt, dass wir erst einen gemeinsamen Grund brauchen, um Wärme und Herzlichkeit zu zeigen. Jesus drückt es in Mt 5, 39-47 ganz im Gegenteil aus: „39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. 40 Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. 41 Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. 42 Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. 43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? 7 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? (nach EÜ) Also vergebt mir und Josef, dass wir in hitzigen Diskussionen manchmal die Lehre Jesu vergessen und aus Routine den Regeln und Richtlinien folgen, die nicht von Jesus gelehrt wurden, aber unglücklicherweise in unserer Gemeinschaft vorherrschend sind. Wenn ich etwas unfreundliches zu Dir gesagt habe, vergib mir bitte. Ich und Josef Aufreiter sind wirklich verantwortlich für unsere eigenen Statements. Wir repräsentieren nur unsere eigene Person – auch gegenüber Gott. +++++++++++++ 9.1.11: RA schreibt: Wie ich sagte, möchte die Gemeinschaft die Liebe Gottes in der Praxis auf die Beurteilung reduzieren, wie jemand Gott gegenüber da steht bzw. auf die Ermahnung und „Ermutigung“ anderen gegenüber. Diejenigen, welche keine „ausreichende gemeinsame Basis“ mit der Gemeinschaft haben, empfangen deshalb vor allem Ermahnungen. Ja, ich denke, Beurteilen ist auch eines der wichtigen Dinge, die zur Liebe gehören. Aber es ist nicht DAS Merkmal, das die Liebe Gottes einzigartig und erkennbar unter den Heiden macht. Wir finden diese Form „beurteilender Liebe“ auch unter Politikern, die immer auf der Suche sind nach dem, was falsch ist und verändert werden muss. Wir finden diese Form „beurteilender Liebe“ auch unter den Zeugen Jehovas, die auf die gleiche Weise handeln wie unsere Gemeinschaft. Es ist also zu erwarten, dass diese Ermutigungen und Ermahnungen gegen Laschheit und falsche Lehren unter religiösen Gruppen Aufmerksamkeit erregen. In einer oben erwähnten Bibelstelle (Mt 5, 39-47) zeigt Jesus, worin sich unsere Liebe unterscheiden muss, damit diese Liebe sichtbar und ein Licht für die Welt ist. DAS ist die Bibelstelle, und DAS ist die Liebe, von der wir geführt sein müssten. Das ist die wahre Lehre Jesu über die Liebe, die nicht nach einer „gemeinsamen Basis“ schaut, um sie zu leben. Sondern sie ist bedingungslos und gleich gegenüber jedem. Unsere Gemeinschaft sah oft die Praxis der Liebe in anderen Konfessionen als Neigung zu extremer religiöser Toleranz. Wir sahen einigen Formalismus, der in religiösen Gruppen entstanden ist. Aber wiederum: „Beurteile dich selbst“: was ist schwieriger: der Lehre über die Liebe zu folgen, die auf Mt 5, 39-47 gründet, oder der Art „beurteilender Liebe“, die von unserer Gemeinschaft praktiziert wird, und die jeden von sich weist, sobald er die „gemeinsame Basis“ verlassen hat. Meine persönliche Meinung ist, dass die Liebe nach Mt 5, 39-47 die Basis ist, die man in unserer Gemeinschaft vermisst und nach DER muss man suchen. Und dann wird auch diese kraftlose, bigotte und ausgetrocknete „beurteilende Liebe“ unserer Gemeinschaft mit Sinn und Berechtigung erfüllt. Sie enthält jetzt nur noch einen Rest der Liebe, von der Paulus in 1 Kor 13 spricht. Das ist meine Beurteilung. Ich fordere die Gemeinschaft auf, jeden bedingungslos zu lieben, ohne nachzuforschen, ob eine gemeinsame Basis besteht, um freundlich und liebevoll zueinander zu sein. Denn in dieser Weise ist die Liebe nicht mehr an Bedingungen gebunden. Ich weiß, es ist schwer, den Prinzipien der Liebe zu folgen, die in Mt 5, 39-47 beschrieben werden. Und meine Kommentare hier zeigen, dass auch ich selber ihnen nicht immer folge. Aber ich beständig im Glauben, Mt 5, 39-47 als Grundlage der Liebe zu sehen. Ich habe die Hoffnung, dass meine Fähigkeit zum Mitgefühl, Freundlichkeit und Herzlichkeit zu JEDEM und OHNE BEDINGUNGEN sich entwickelt.

1 Kommentar:

  1. weitere Kommentare (übersetzt aus dem englischen Blog):
    · 09.06.2010: Anonymus (homo ludens): Sicher: bei vielen Gelegenheiten handelten wir so, wie Du es beschreibst. Aber ich möchte auch an andere Gelegenheiten erinnern, wenn wir jemanden unter uns „belehren“ wollten und unsere Hilfe absichtlich begrenzten. Z. B. fuhren wir nach einem Wochenende mit dem Auto nach Hause und ließen ein Mädchen früh am Morgen aussteigen, so dass sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren musste, selbst wenn es uns nicht viel Zeit gekostet hätte, sie zu ihrer Wohnung zu fahren. Oder wir nahmen einige Tramper mit und ließen sie mitten im Nirgendwo aussteigen, weil sie sich gerade als „nicht interessiert“ daran gezeigt hatten, Mitglieder der Gruppe zu werden, nachdem man 10 oder 20 Minuten mit ihnen geredet hatte.
    · 09.06.2010: Anonymus (homo ludens): Und es war ein bisschen wie in Orwells Buch: „Alle Lebewesen sind gleich – aber einige sind gleicher“ (siehe George Orwell „Die Farm der Tiere“ / d. Übers.)
    Z. B. ein extra Auto für einen nicht arbeitenden älteren Mann, wo er in Ruhe und ungestört allein schlafen konnte, während sich alle anderen oft wie Fische in der Sardinenbüchse fühlten, oft durch die Geräusche der anderen im Auto Schlafenden gestört. Und dabei waren sie für die sichere Fahrt verantwortlich und durften beim Fahren nicht am Lenkrad einschlafen. Außerdem mussten sie – im Gegensatz zu dem älteren Mann - schon am frühen Morgen wieder zur Arbeit gehen.
    · 9.6.2010: Anonymus (homo ludens): Zur Frage der Heirat: Wir schlugen lieber den ganzen Arm ab, um zu vermeiden, dass die Hand abgeschlagen wird. Das war kurzgefasst unsere Lehre. Unser Gedanke war, unseren Lebensstil als den einzig erlaubten Lebensstil hochzuhalten. Und die älteren Geschwister wussten, dass Ehepaare mit Kindern sich nicht so leicht dazu bringen ließen, auf diese Weise zu leben.
    · 11.06.2010: Autorin:
    Ich stimme dir zu, dass nicht alles schön war. Besonders was die Tramper und das Heiraten betrifft.

    AntwortenLöschen